Meine Kamera-Ausrüstung
für unter Wasser

Lange genug hat es gedauert…

Wer mich etwas kennt, weiß, dass ich nicht nur leidenschaftlich gerne fotografiere, sondern auch gerne tauche. Entsprechend verwunderlich ist es, dass ich so lange keine vernünftige Unterwasserkamera besaß.

GoPro mit Filtern
GoPro mit Filtern

Bislang war ich bei Tauchgängen mit der GoPro Hero 3+ und verschiedenen Filtern recht zufrieden. Für Tauchgänge und Schnorchelausflüge in der Karibik und im Flachwasser reichte das meist auch aus. Und auch die anfänglichen Belichtungsprobleme, die mir in den dunklen heimischen Seen, durch eine zu gerichtete Tauchlampe entstanden, habe ich in den Griff bekommen. Doch die Qualität, meiner Bilder, wie ich sie an Land gewohnt bin, konnte diese Kamera einfach nicht bieten.

Irgendwann bin ich mit der GoPro technisch einfach doch an Grenzen gestoßen. Mir fehlen einfach doch einige Funktionen, die ich an professionellen Kameras zu schätzen gelernt habe. Manuelle Belichtung, ein Großes Display und auch die Erweiterbarkeit sind Dinge, die einen sehr hohen Stellenwert in meiner Fotografie einnehmen. Entsprechend hoch sind auch die Ansprüche die ich an meine Ausrüstung stelle.

Doch nicht immer ist die technisch beste Kamera, auch die für die Situation angemessene. Spiegelreflexkameras sind groß, schwer und erfordern einen gewissen Stauraum im Rucksack. Das durfte ich bei mehreren Fahrradtouren feststellen. Die Alternative wäre gewesen unsere Canon Ixus mitzunehmen. Doch die Ansprüche an die Bildqualität verringern sich nicht aufgrund irgendwelcher Reiseumstände.

Um diese Erfahrungen reicher, entschloss ich mich dazu, eine Kompaktkamera anzuschaffen, die meinen technischen Ansprüchen weitestgehend gerecht wird. Ich habe lange recherchiert, welcher Hersteller mir die größten technischen Möglichkeiten bietet, und nach reichlicher Überlegung und Suche bin ich auf die RX100 III von Sony gestoßen. Hier gibts den Testbericht

Dass diese Kamera meine Spiegelreflex nicht ersetzen kann, war mir klar. Hier muss ich einfach Kompromisse in Kauf nehmen.

Aber Zehn!!! Kilogramm DSLR Fotoausrüstung gegen eine Kompaktkamera mit knapp 400g sind schon eine Ansage. Und so ist die RX100 meine immerdabei Kamera geworden.

 

Was hat das jetzt mit der Unterwasserausrüstung zu tun?

Vorteil einer guten Kompaktkamera ist neben der geringen Abmessungen auch der damit deutlich geringere Preis eines Unterwassergehäuses. Günstige Kunststoffgehäuse für die RX100 gibt es schon für knapp 500€, mein Nauticam Unterwassergehäuse aus Aluminium kostet etwa 1100€ ist dafür Unverwüstlich und sehr gut mit Filtern und Objektiven erweiterbar. Testbericht zum Gehäuse

Zum Vergleich kostet ein komplettes Unterwassergehäuse des selben Herstellers für meine Canon EOS 6D  knappe 4000€.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei Stefan Horvath von uw-fotopartner.com für seine Unterstützung und Beratung in Bezug auf meine Unterwasserausrüstung bedanken.

Auch die Abmessungen und das Gewicht der Unterwasserausrüstung sinken mit einer kleineren Kamera natürlich. So liegt das Gewicht meines kompletten Unterwasser-Setups mit Blitz, GoPro und Lampe bei ca. 3,2 Kilogramm. Das ist durchaus reiseverträglich.

Überraschenderweise liegt das Gewicht unter Wasser bei nur noch etwa 200g und kann damit unkompliziert und ohne Tarierprobleme verwendet werden. Auch den nur einseitig angebrachten Blitz, kann ich unter Wasser kaum mehr wahrnehmen. Selbst bei Strömung hält sich der Gegendruck in Grenzen.

Unterwassergehäuse von Nauticam
Mein Unterwassergehäuse von Nauticam mit INON Weitwinkelobjektiv

 

Praxis

Ich bin in der Summe (bisher) sehr zufrieden, mich für eine Kompaktkamera entschiedenen zu haben. Die Bildqualität ist auch unter Wasser sehr gut und ist zumindest in der Lernphase mehr als ausreichend. Hier kommt mir das RAW-Format zu gute. Sehr deutliche Vorteile bringt mir in trübem Wasser vor allem der abgesetzte externe Blitz. Hier bin ich froh, diese Hilfsmittel schon an Land ausführlich kennengelernt zu haben. So komme ich sowohl mit der manuellen Blitzsteuerung zurecht, als auch der automatischen TTL-Steuerung.

Hinzu kommt, dass die Bedienelemente des Blitzes sehr gut zugänglich sind und auch unter Wasser dank der Beleuchtung gut abgelesen werden können. Eine sehr positive Eigenschaft des Blitzgeräts ist außerdem, die farbige Signalisierung des verwendeten Blitzmodus. Damit sehe ich auf einen Blick, ob meine Einstellungen passen.

Das erleichtert die Bedienung unter Wasser erheblich, sodass ich mich rein auf die Bildgestaltung konzentrieren kann. Doch Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen – und die muss ich mir für die UW-Fotografie trotzdem noch aneignen.

Was bei den ersten Unterwasserfotos heraus kam, siehst du hier:

 

Hier mein Equipment:

Sony DSC RX-100 III

Nauticam NA-RX100 III

Nauticam Griffschiene mit Griffen links und rechts

Carbon-Arme von H2O-Tools mit Kugelgelenken

Sea&Sea YS-D2 Unterwasser-Blitz

Inon UWL-H100 28 Weitwinkellinse

Inon Dome für UWL H100

 

 

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4 Gedanken zu „Meine Kamera-Ausrüstung
für unter Wasser“

  1. Hy
    Habe noch eine Frage zur Ausrüstung!
    Woher hast du den Adapter für die Gopro das du die am Blitzschuh montiert hast?

  2. Hallo Tino,
    ein informativer Beitrag. Ich fotografiere mit der Sony alpha 6000 Unterwasser, immer noch mit einem einfachen Gehäuse und überlege, ob ich für die alpha 6000 ein UW Gehäuse mit Port oder für meine SLR ein passendes Gehäuse kaufen soll. Die hohe Investition schreckt mich ab. Da hilft mir Dein Erfahrungsbericht ein Stück weiter.

    Danke,
    Stephan

    1. Danke Stephan. Die Sony alpha 6000 ist unter Wasser eine super Kamera. Und wenn das Gehäuse für dich passt, ist doch auch gegen ein günstiges nichts einzuwenden. Wenn man es pflegt, überlebt auch das günstige Gehäuse meist die Kamera. ;-)

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