Erfahrungsbericht zur Sony RX-100 III

Warum ich mich für die Sony RX-100 III entschieden habe.

Ich war schon längere Zeit auf der Suche, nach einem Fotoapparat, den ich wirklich IMMER dabei haben kann. Normalerweise fotografiere ich mit dem Canon EOS System, doch auf langen Radtouren versuche ich jedes Kilo zu sparen. Mit den neuen Generationen an Kompaktkameras gab es nun Geräte, die fast allen meinen Ansprüchen gerecht wurden.

Die Kriterien an eine Kamera waren:

  • Eine geringe Größe und Gewicht um keine Ausrede zu haben, auch diese Kamera nachher daheim zu lassen. Damit fielen spiegellose System- und Bridgekameras aus dem Rennen.
  • eine Hochwertige und stabile Ausführung – am besten aus Metall. Bei unterschiedlichen sportlichen Aktivitäten kann sie doch gelegentlich irgendwo hängenbleiben, herunterfallen etc.
  • Sämtliche Belichtungseinstellungen sollten manuell vorzunehmen sein. (Meine Güte bin ich verwöhnt von meiner Spiegelreflex)
  • Manueller Fokus (Nachtrag Dezember 2017: Ich habe den Manuellen Fokus bisher vielleicht vier Mal genutzt…)
  • Lichtstark. Ich bin gute Objektive gewohnt und weiß sowohl einen niedrigen ISO als auch ein weiches Bokeh zu schätzen. Da bin ich auch bereit ein wenig mehr für ein lichtstarkes Objektiv zu zahlen.
Unterwassergehäuse Nauticam NA-RX100III
Unterwassergehäuse Nauticam NA-RX100III

Als weiterer Punkt kam hinzu:

  • Die Kamera sollte auch unter Wasser brauchbar sein und eine TTL Messung für externen Blitzeinsatz bieten.

Der Hersteller der Kamera war mir dabei erst einmal egal.

Unter Wasser käme das Nauticam NA-RX100III Gehäuse zum Einsatz

 

Mit diesen Vorgaben kamen mehrere Kameras in die nähere Auswahl:

Canon Powershot G7X
Sony Cybershot RX-100 III
Sony Cybershot RX-100 IV
Panasonic Lumix LX100

Nach längerer Überlegung und verschiedentlichem Ausprobieren im Laden, bin ich bei den beiden Sony Geräten hängen geblieben.
Beide anderen Mitbewerbergeräte hatten ihre eigenen Vorzüge. So weist die LX100 einen Micro Four-Thirds Sensor auf, der etwas größer ist, als der von Sony. Die G7X hatte ihre Stärken in der Menüführung, die mir von meinen anderen Canon-Geräten schon bekannt war. Schlussendlich überzeugt haben mich die Testbilder und Möglichkeiten, die mir die RX100 bot.
Nun stellte sich nur noch die Frage ob nun die RX100III oder die RX100IV das Rennen machen würde.

Diese Entscheidung konnte ich jedoch bald fällen, als ich erfuhr, dass die Mark IV maximal 5 Minuten 4K Video aufnehmen konnte, um den Sensor vor Überhitzung zu schützen.
Ein Mehrpreis von 400€ für eine nicht ausgereifte Videofunktion, die ich insgesamt nur selten nutzen würde, war einfach nicht zu rechtfertigen.
So erhielt ich vor etwa einem halben Jahr das Paket mit der RX-100 III…

…und ich kann vorab sagen – die Kamera hat mich nicht enttäuscht.

 

Schwenkbares Display
Schwenkbares Display



Hier meine Erfahrungen mit der RX100

Positive Eigenschaften
  • Wie Versprochen wartet die RX-100 mit einer für Kompaktkameras hohen Lichtstärke auf
  • Durch die RAW-Unterstützung ist die Bildqualität extrem hoch und kommt tagsüber ohne Probleme an die Qualität einer DSLR. Auch JPEGs sind „Out Of Cam“ brauchbar.
  • Es ist eine ISO-Erweiterung bis 12800 möglich. Dabei glänzt die Sony bei üblichen ISO-Werten mit einem überragenden Rauschverhalten
  • Der Fokus funktioniert auch wunderbar unter schlechten Lichtverhältnissen
  • Das Display ist schwenkbar (war jedoch kein Kriterium für mich)
  • Hinzu kommt ein integrierter wählbarer ND-Filter. So kann ich tagsüber mit Offenblende fotografieren.
  • Der Weißabgleich bietet neben drei manuellen speicherbaren Presets die Möglichkeit, die Farbtemperatur über die Kelvin-Angabe zu steuern
  • Eine für Kompaktkameras unübliche Spotmessung ist integriert, und ermöglicht mir damit auch in schwierigen Lichtsituationen korrekt zu belichten.
  • Die Kamera ist auch für Anfänger intuitiv zu bedienen.
  • Ein großes Plus bringt der Blitz der RX-100 III. Dieser ist im Gehäuse integriert, springt durch das entsichern einer Feder heraus. Dann ist der Blitz neigbar und kann auch indirekt verwendet werden. Von dieser Lösung könnten sich auch die SLR-Hersteller eine Scheibe abschneiden.
Nett, spielt für mich aber kaum eine Rolle
  • Die Kamera bietet eine Steuerung über W-LAN. Dies ist ein nettes Gimmick, jedoch für mich nicht relevant. In der Regel ist der Flugmodus eingeschaltet, um die Akkus zu schonen.
  • Eingebauter Elektronischer Sucher. Die einen schreien – es ist absolut sinnvoll – und ich werde mit diesen elektronischen Viewfindern einfach nicht warm.
  • Der Brennweitenbereich erstreckt sich über 24-70mm. Damit sind die meisten Anwendungen erschlagen. Gelegentlich fehlt mir ein bisschen mehr am Tele-Ende. Doch wer eine leichte Kamera mit einer gewissen Lichtstärke sucht, muss Kompromisse in Kauf nehmen.
Negative Eigenschaften

  • Das vorne am Gerät befindliche Wahlrad, kann nicht! mit Zeit- oder Blendeneinstellungen belegt werden.
  • Die Einstellung des Fokus ist teils umständlich. Will ich das Fokusfeld verschieben, bin ich gezwungen, die Fokusart auszuwählen und dann den Punkt wieder zu verschieben. Das kostet unnötige Zeit.
  • Wenn wir schon beim Thema Zeit sind. Die Sony braucht extrem lange um das Objektiv aus und wieder einzufahren. Mit schnellen Schnappschüssen ist das so eine Sache…
  • Das Menü ist für Fotoanfänger viel zu überfrachtet mit Funktionen. Einige dieser Optionen sind in meinen Augen absolut unnötig.
  • Die Größe des Zoomfelds bei manueller Fokussierung ist nicht einstellbar.
  • Leider kann die HDR-Funktion nicht in Kombination mit einem Zeitauslöser verwendet werden. Diese Funktionen befinden sich im gleichen Untermenü. Dabei lässt sich nur eine von beiden Funktionen auswählen. Das macht die HDR-Funktion praktisch unbrauchbar.
  • Die eingebaute Verbindungsmöglichkeit mit Smartphones ist viel zu kompliziert und undurchsichtig. Auch die Play-Memories App fürs Smartphone ist völlig überfrachtet mit unnützen Funktionen und verkompliziert die Verwendung der Fernsteuerung unnötigerweise. Hier wäre mit eine reine Fernsteuerung wie sie Canon bietet deutlich lieber.
  • Es scheint irgendwelche Applikationen für die Kamera zu geben. Der Sinn dieser hat sich mir noch nicht erschlossen.
  • Ein riesen Problem ist das mitgelieferte Ladegerät, an dem die Kamera eingesteckt wird.
  • Wieso entscheidet sich Sony dagegen normale Ladegeräte mitzuliefern, in die man die Akkus stecken kann? Damit ist der Kunde gezwungen sich ein zusätzliches Ladegerät anzuschaffen um eventuelle weitere Akkus effizient zu laden. Die USB-Ladefunktion könnte trotzdem erhalten bleiben.

Hier einige Bilder die mit der RX100 III entstanden

 

 

Fazit

Alles in allem bin ich mit der Kamera doch sehr zufrieden. Das Gerät ist absolut Praxistauglich und liefert für eine Kompaktkamera absolut überragende Bilder. Wie ich es mir versprochen hatte, ist die RX100III eine „Immerdabei Kamera“ geworden.

Auch wenn die Menüführung stellenweise etwas kompliziert gelöst wurde und die Erstkonfiguration das Lesen des Handbuchs erfordert, findet man in der Regel zur richtigen Einstellung. Mit der Zeit ist mir die RX100 richtig ans Herz gewachsen und ist so für mich zu einem unverzichtbaren Begleiter geworden.

Wenn du ein Unterwassergehäuse zur RX100 III suchst, kann ich dir den Testbericht auf unterwasser-fotografieren.de ans Herz legen.

2 Gedanken zu „Erfahrungsbericht zur Sony RX-100 III

  • Pingback:Unterwasser Ausrüstung - Tinos Fotoblog

  • 11. Juni 2017 um 11:52
    Permalink

    Hallo Tino,
    hab mir jetzt auch die RX 100iii gekauft. Ja, auch abhängig von deinem Bericht ;-)
    Hast du Tipps für die Einstellung? Modi?… Würd mich freuen. Viele Grüße
    Norbert

    Antwort

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