Nikon AW130

Nikon AW130 VorderseiteEnde 2015 bringt Nikon die Coolpix AW 130 auf den Markt, eine Amphibienkamera, die ohne zusätzliches Gehäuse bis zu 30m Wasserdicht ist. Mit dieser Tauchtiefe hebt sich Nikon von seinen Mitbewerbern, deren Tiefenbeschränkungen bei um die 15m liegen, deutlich ab. Doch nicht nur im Wasser punktet die Kamera mit Stabilität und Durchhaltevermögen.


Außerhalb des Wassers ist die Kamera bis zu -10°C einsetzbar, im Wassereinsatz, sollte die Temperatur über dem Gefrierpunkt liegen um Undichtigkeiten durch gefrorenes Wasser zu verhindern. Außerdem ist die AW 130 laut Herstellerangaben bis zu einer Höhe von 2,10m stoßfest. Auf diesen Test haben wir jedoch lieber verzichtet. ;-)

Bildqualität und Technik

Mit der Coolpix AW 130 hat sich Nikon für einen 1/2,3 Zoll Sensor mit 15,9 Megapixeln entschieden. Damit ist auch in der Nachbearbeitung noch genug Spielraum für Zuschnitte des originalen Bildmaterials. Der ISO Bereich erstreckt sich von 125 bis zu einem Wert von 6400. Aufgrund des recht kleinen Bildsensors kann es vor allem ab ISO 800 zu einem deutlich sichtbaren Rauschen im Bild kommen. Nikon versucht dieses ISO-Rauschen durch einen Weichzeichner etwas zu reduzieren, was leider zu etwas ausgewaschen und wenig kontrastreicheren Farben führt.

Bei der Brennweite hingegen, braucht sich die kompakte Amphibienkamera nicht zu verstecken. Mit einem optischen Zoombereich der einer Brennweite von 24-120mm (KB) abdeckt, ist die Kamera auch für Tagestouren an Land geeignet. Verhältnismäßig Lichtstark wartet die AW 130 mit einer Lichtstärke von 2,8 im Weitwinkelbereich bis zu einer Blende von 4,9 im Telebereich auf.
Zudem gleicht der integrierte optische Bildstabilisator, kleinere Verwacklungen zuverlässig aus.

Die Belichtungszeiten liegen zwischen 4 Sekunden und einer 1/4000s und ermöglichen damit auch an hellen Tagen korrekt belichtete Bilder. Für scharfe Fotos, sorgt der äußerst schnelle Autofokus, der in der Praxis wirklich überzeugen kann. Selbst unter sehr schlechten Lichtbedingungen findet der Autofokus mit Hilfe der kleinen LED-Videolampe zuverlässig sein Ziel.

Auch Makrofreunde kommen auf ihre Kosten. Die Naheinstellgrenze der Coolpix liegt bei einer Brennweite von 24mm nur zwei Zentimeter vor der Linse. Dafür steigt der Mindestabstand zum Objekt im Telebereich auf etwa 35cm an.

Beispielbilder die mit der Nikon AW130 entstanden sind, gibt es unter www.unterwasser-fotografieren.de/nikon-aw-130

 

Blitz und Videolicht

Nikon AW 130 mit BlitzNikon spendiert der AW130 einen eingebauten Blitz für Einzelbildaufnahmen sowie eine kleine LED für die Beleuchtung bei Videoaufnahmen.
Leider kommt es durch die räumlich nahe Anordnung zum Objektiv gelegentlich zu sichtbaren Schwebteilchen im Bild.

Doch auch hier schafft Nikon mit professionellen Mitteln Abhilfe und macht die Kamera auch für qualitätsbewusste Unterwasserfotografen interessant. Der eingebaute Blitz punktet mit einer TTL Messung und einem Vorblitz, der von einigen Unterwasserblitzen direkt erkannt wird. Damit lassen sich auch mit der AW 130 in größeren Tiefen korrekt belichtete Bilder mit satten Farben erreichen.

Wer einen externen Blitz verwenden kann, kann auf Nikons eigenes Zubehör zurückgreifen.

Bezeichnung Bauteil Preis
Nikon SB-N10 Unterwasser Blitz 649€
Nikon SK-N10A Griff für die Montage von Blitz und Kamera 125€
Nikon SR-CP10A Adapter zum Anbringen des Lichtleiters 149€
Nikon SC-N10A Lichtleiterkabel zur Blitzsteuerung 125€ 95€

Alternativ können auch Blitzgeräte anderer Hersteller zum Einsatz kommen, wobei der Adapter zum anbringen der Steuerleitung in jedem Fall notwendig ist.

Programme der AW 130

Neben dem klassischen Automatikmodus bietet die Coolpix außerdem verschiedene Szenenprogemamme unter denen sich auch eine spezielle Unterwassereinstellung befindet.
Leider bietet die Kamera keinen manuellen Modus oder erweiterte Belichtungseinstellungen, mit dem die Aufnahmen mit speziellen Einstellungen aufgenommen werden können. Einzig eine Belichtungskorrektur mit +-2 Blendenstufen ist verfügbar.

Dichtigkeit

Nikon AW 130 SeiteDer Dichtmechanismus ist beim Test sehr positiv aufgefallen.
So wird das Batteriefach mit einer Klappe und einem umlaufenden Dichtungsgummi fest verschlossen. Auch ein versehentliches Öffnen wird geschickt verhindert. Um das Gehäuse zu öffnen, muss zunächst ein Knopf zur Entriegelung gedrückt werden, der das Drehen des Verschlussrades ermöglicht.

Weiterhin sind zwei stabile Erhebungen um das Rad angeordnet, die ein versehentliches Drehen des Rades zuverlässig vermeiden.

Bedienung unter Wasser

Nikon AW130 RückseiteAuch hier hat Nikon mitgedacht. Die Kamera kann über die Ösen, die sich an beiden Seiten des Gehäuses befinden unkompliziert am Jacket befestigt werden. Zu beachten ist, dass die AW 130 unter Wasser Abtrieb hat. Um die Kamera gegen Verlieren oder ungewollte Stöße am Riff zu schützen, empfehlen wir eine Schlaufe oder ein Retraktorband zu verwenden.

Bei der Verwendung in heimischen Gewässern ist schnell klar geworden, dass die Konzeption als Tauchkamera für warme Gewässer erfolgte.
Durch die Anordnung des Objektivs auf der linken Gehäuseseite kann es bei der Verwendung von Handschuhen gelegentlich zu einem sichtbaren Finger im Bild kommen.
Leider ist auch die Bedienung der Tasten mit Handschuhen etwas schwierig. Die Aktivierung des Blitzes mit Handschuhen hat fünf Anläufe gebraucht.
Werden die wichtigsten Einstellungen vor dem Tauchgang getätigt, relativiert sich das Problem wieder und die Kamera verrichtet ihren Dienst ohne weiter Probleme.

Interessant war für uns beim Test die Anordnung des Zoomreglers. Dieser befindet sich auf der Rückseite der Kamera und wird mit dem rechten Daumen bedient. Dadurch kann sich der Zeigefinger nun ganz auf den Auslösevorgang beschränken.

Grundsätzlich ist die Bedienung der Kamera unkompliziert und intuitiv gelöst und auch auch fotografische Laien sowie Canon Benutzer kommen sehr schnell mit der Kamera zurecht.
Einen weiterer Vorteil in der Steuerung kommt der AW 130 aufgrund des fehlenden Unterwassergehäuses zu Gute. Die Tasten lassen sich genauso wie das Display unter Wasser sehr gut ablesen und ermöglichen auch sehr steile Blickwinkel.

Ein kleines Schmankerl ist bei der Unterwasserfotografie auch der eingebaute Tiefenmesser, mit dem die Tauchtiefe auf dem Display angezeigt und in den Bildern gespeichert werden kann.

Videofunktionen

Wie die meisten aktuellen Geräte bietet auch die Coolpix AW 130 Videoaufnahmen in Full HD (1920×1080) mit bis zu 30 Ganzen Bildern pro Sekunde.
Leider sind im Videomodus die Autofokusfunktionen nur sehr rudimentär ausgefallen.

Konnektivität

Nikon AW130 anschlüsseGeht es um Verbindungsmöglichkeiten der Kamera, bleiben aktuell keine Wünsche offen. Geodaten können per GPS geschrieben werden, und die fertigen Bilder können direkt per NFC oder W-Lan direkt auf das Smartphone übertragen werden. Zusätzlich zu den drahtlosen Verbindungen befinden sich unter der Klappe des Batterifachs ein USB sowie ein Micro HDMI Anschluss mit dem Bilder und Videos direkt auf dem Fernseher angezeigt werden können.

Der Micro-USB Anschluss dient gleichzeitig als Ladebuchse für den Akku.
Auch wenn die Akkuleistung dank des sparsamen O-LED Displays gefühlt ewig reicht, sollte die Anschaffung weiterer Akkus und eines externen Ladegeräts in Erwägung gezogen werden.
Gerade in Tauchurlauben und auf Safaris hat man die Kamera dabei und oft keine Zeit das Gerät zwei Stunden laden zu lassen.
Eine Akkuladung reicht für ca. 350 Bilder an Land. Unter Wasser kann sich die Lebensdauer je nach Temperatur und Blitzeinsatz auf etwa 200 Bilder reduzieren, was jedoch für ein bis zwei ausgedehnte Tauchgänge reicht. Leider lässt sich das Display nicht ausschalten um Strom zu sparen.

 

Fazit

Mit der Coolpix AW 130 hat Nikon einen großen Wurf gelandet. Zwar müssen bei einem Straßenpreis von 325€, im Vergleich zu anderen Kameras an Land in der Bildqualität leichte Abstriche hingenommen werden. Dafür punktet die Coolpix mit einer äußerst unkomplizierten Bedienung bis zu einer Tauchtiefe von 30m ohne zusätzliches Gehäuse. Durch die Wasserdichtigkeit und den Staubschutz ist sie perfekt für den Tauch- oder Schnorchelurlaub am Strand und vom Boot aus prädestiniert und macht in dieser Umgebung auch eine wirklich gute Form. Leider sind die Tasten für die Verwendung mit Handschuhen etwas klein geraten, was die Verwendung im Kaltwasser etwas einschränkt.

Die Verbindung mit dem Smartphone ist im Vergleich zu Canon oder Sony-Kameras deutlich einfacher hergestellt, wobei hier Bilder angesehen und direkt übertragen werden können. Top!

Wer eine unkomplizierte kompakte Unterwasserkamera sucht, mit der keine fünf Kilo Handgepäck beim Reisen dazukommen, ist mit der Nikon AW 130 bestens beraten. Und wenn die Kamera doch irgendwann mit externen Blitzen erweitert werden soll, ist das dank des Nikon eigenen Zubehörs trotzdem kein Problem.

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