Feuerwerk fotografieren

Mit Feuerwerk verbinden wir lautes Knallen, Emotionen und vor allem tolle Farben. Diese Farben und Leuchtspuren festzuhalten ist gar nicht so schwer.
Eine manuell einstellbare Kamera, eventuellem Zubehör und ein bisschen Geduld werden dich sicherlich mit schönen Bildern belohnen.

Leider findet nicht jeden Tag ein Feuerwerk statt, so dass man üben könnte, doch mit diesen Tipps sollten die Fotos auch einem Anfänger gelingen.

Feuerwerk Lacaze
Feuerwerk Lacaze
 

Benutze ein Stativ

Neben der Möglichkeit die Kamera flexibel in Richtung Feuerwerk ausrichten zu können, hilft ein Stativ auch Verwackeln zu reduzieren oder ganz zu verhindern. Leider ist aus der Feuerwerksfotografie bei großen Events in den letzten Jahren immer mehr ein Kampf um den besten Fotoplatz geworden. Rempler und unachtsame Fotografen stoßen immer mal wieder an deine Kameraausrüstung. Verwende deshalb ein möglichst hohes und stabiles Stativ. Ist es höher, kannst du auch über die Köpfe der Zuschauer hinweg fotografieren. Bist du der einzige Fotograf oder kommst nur zufälliger weise an einem solchen Spektakel vorbei, reicht auch mal eventuell ein Beanbag oder Rucksack.

 

Verwende einen Zeit- oder Fernauslöser

Um ein Verwackeln noch effektiver zu verhindern ist es am besten einen Fernauslöser zu verwenden. Beim Zeitauslöser (2 oder 10 Sekunden) kann es sein, dass du den Moment verpasst, weil gerade der Countdown herunterzählt. Greife hier lieber auf einen Infrarot oder kabelgebundenen Auslöser zurück.

 

Einstellungen fürs Feuerwerk

Der flexibelste Aufnahmemodus für die Feuerwerkfotografie ist der Manuelle Modus. Hier kannst du vor dem Auslösen die wichtigsten Einstellungen festlegen und musst danach nur noch geringfügig korrigieren.

Blende
Flammende Sterne
Flammende Sterne Feuerwerk

Für schöne Farben und klare Linien haben sich Blendenzahlen zwischen 8 und 18 als optimal herausgestellt. Bei einer weiter geöffneter Blende 2.8 oder noch mehr, besteht die Gefahr einer Überbelichtung und damit dem Verlust von Farbinformationen. Weißes Feuerwerk auf schwarzem Grund kann man auch mit dem Handy fotografieren. Ich selbst benutze meist f13 bis f16. Je Größer die Blendenzahl, desto feiner und klarer werden die Lichtspuren – bei kleinerer Zahl wirken die Lichter breiter und heller.

ISO

Völlig entspannt kannst du mit der Einstellung des ISO umgehen. Mit ISO 100 oder 200 machst du nichts falsch und bist auf der sicheren Seite. Ein positiver Nebeneffekt ist ein geringes Rauschen im Bild. Ist der ISO jedoch zu hoch offenbart sich ein ähnliches Problem wie bei einer zu weit geöffneten Blende.

Belichtungszeit

Die zweite essentielle Einstellung ist die Belichtungszeit. Da sich das Feuerwerk bewegt, und wir die Leuchtspuren festhalten wollen, kommen längere Belichtungszeiten zum Einsatz.
Ohne Fernauslöser kannst du die Belichtungszeit vorher festlegen. Mit 6 bis 8 Sekunden bin ich meistens ganz gut gefahren. Hast du einen Kabelfernauslöser, kannst du in den B (Bulb) Modus wechseln und die Kamera so lange auslösen wie es dir notwendig erscheint. Dann ist es egal, ob du eine einzelne Explosion mit zwei Sekunden oder eine ganze Batterie kleiner Feuerwerkskörper fotografierst, die bis zu 20 Sekunden feuert.
Versuche trotzdem nicht zu lange zu belichten. Eine lange Verschlusszeit führt zu einem undifferenzierbaren Feuerwerksteppich. Zudem können zu viele Explosionen am gleichen Punkt wieder zu einer Überbelichtung führen.

Schalte die Langzeitrauschreduzierung ab, sonst wird die Kamera nach jedem Feruerwerksbild ein schwarzes Bild mit der selben Belichtungsdauer erzeugen währenddessen du nicht weiter fotografieren kannst.
In 20 Sekunden kann man einiges verpassen…

 

Manuell Fokussieren

Hier gehen die Meinungen etwas auseinander. in der Feuerwerksfotografie bin ich Freund des Fokussierens mit dem Live-View.
Ich sehe direkt was meine Kamera sieht und kann entsprechend genau scharfstellen. Andere Fotografen bevorzugen ein Fokussieren über den Sucher, um die Batterien zu schonen. Beide Lager haben doch eines gemeinsam. Es wird manuell fokussiert. Schalte also den Autofokus aus.
Manchmal ist es auch möglich vor den ersten Raketenzündungen auf einen Punkt in der Nähe scharfzustellen, so verpasst du nicht die ersten Explosionen.

 


 

Bildgestaltung

Mit die schwierigste Aufgabe, ist es sich vorher auszumalen, wie das Feuerwerk auf dem fertigen Foto aussehen soll.

Nimm dir Zeit und sieh dir den Veranstaltungsort früh genug an. Tagsüber fällt es leichter Entfernungen abzuschätzen und bei Veranstaltungen ggf. mit den Pyrotechnikern zu reden. Abgesehen davon sind die besten Beobachtungspunkte meist schon ab dem späten Vormittag belegt – so kannst du dir auch einen der besseren Plätze sichern.

Überlege dir in welche Richtung du die Kamera ausrichten musst und welche Distanz bei deinem Objektiv notwendig ist. Versuche die spätere Höhe der Explosionen einzuschätzen ein zur Hälfte abgeschnittenes Feuerwerk ist auch nur halb so schön. Achte darauf, dass sich keine ungewollten Objekte in der Sichtlinie befinden.

Feuerwerk mit Rauch
Feuerwerk mit Rauch

Achte auf die Windrichtung. Bläst der Wind dir den Rauch entgegen, wirst du extrem dunstige und neblige Bilder erhalten. Hast du keine Möglichkeit dich gegen den Wind zu stellen, versuche zu Beginn des Feuerwerks so viele Bilder wie möglich zu machen. Während dieser Zeit sind die Rauchschwaden noch nicht so weit verteilt und die Lichtspuren wirken klar und deutlich.

Feuerwerk mit Teleobjektiv
Feuerwerk mit Teleobjektiv

Denke darüber nach, welchen Bildausschnitt du wünscht und welche Brennweite dazu notwendig ist.
Mit einem Teleobjektiv wirst du einen kleineren Teil oder Ausschnitt des Feuerwerks ablichten. Ein Weitwinkelobjektiv ermöglicht dir einen Blick auf die ganze Situation.
Ich selbst verwende meist die Weitwinkelvariante. Mit einer Brennweite zwischen 16 und 35mm wirst du in der Regel die gesamte Szenerie einfangen können. Ein weiterer Vorteil des Weitwinkels ist die Möglichkeit des späteren Zuschneidens (Croppen). So erhältst du trotzdem einen engeren Blickwinkel.

Halte dich an die Drittelregel und achte darauf das Feuerwerk, stürzende Linien und den Horizont entlang dieser imaginären Linien auszurichten. Vermeide einen schrägen Horizont.

Hoch- oder Querformat? Beide Bildformate haben ihre optischen Vorteile. Da jedoch die meisten Bilder auf dem Computer oder Smartphone angesehen werden, empfiehlt sich meist das Querformat Die Bilder können größer betrachtet werden und sind formatfüllend.

Mit diesen Tipps sollten dir selbst bei deinen ersten Feuerwerksfotos brauchbare Ergebnisse gelingen. Viel Spaß!
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