Backbutton-Fokus

Was ist der Backbutton-Fokus?

Normalerweise fokussiert die Kamera bei halb gedrücktem Auslöser. Wird der Auslöser nun ganz durchgedrückt, nimm die Kamera das Bild auf. Beim Backbutton-Fokus hingegen wird unabhängig vom Auslöser über eine Taste auf der Rückseite der Kamera fokussiert. Daher also auch der Name.

Was ist der Vorteil dieser Fokusmethode?
Backbutton-Fokus
Backbutton-Fokus auf der EOS 650D

Bei dieser Art des Scharfstellens vermeide ich, dass der Autofokus bei jedem Druck auf den Auslöser aufs Neue anfängt zu arbeiten. Welche Vorteile das in der Praxis hat, lässt sich am besten anhand zweier Beispiele erklären.

1. Beispiel Portraitfotografie
Betrachtet man ein übliches Portraitshooting, so wird das Modell in den meisten Fällen stillstehen.
Man will Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln haben, wechselt eventuell ins Hochformat und muss bei der Verwendung der verschiedenen Fokuspunkte jedes Mal über die Pfeiltasten die Fokusauswahl ändern? Bei 69 Fokuspunkten doch ziemlich nervig!

Backbutton-Fokus auf der EOS 6D
Backbutton-Fokus auf der EOS 6D

Deshalb verwende ich diese alternative Fokusmethode.
Bei der Arbeit mit dem Backbutton-Fokus verwende ich immer den mittleren Fokuspunkt, stelle über den Druck auf die Fokustaste scharf und verschwenke dann die Kamera so, dass mir der Bildausschnitt gefällt. Diese Arbeitsweise ist sehr flexibel und mit ein wenig Übung deutlich schneller als alle anderen Fokusarten.Ähnlich funktioniert der sogenannte Einzelbildfokus (One-Shot bei Canon). Hier stelle ich einmal scharf, verziehe meinen Bildausschnitt und löse aus. Doch sobald ich wieder halb auslöse, fängt der Autofokus von neuem an zu arbeiten und durch das vorherige Verschwenken sitzt nun der Fokuspunkt an der völlig falschen Stelle.

 

2. Beispiel – Sportfotografie

In der Sportfotografie hat man oft nur einen Versuch „Das Eine Bild“ zu schießen. Um bewegte Objekte zu fotografieren empfiehlt sich die Verwendung des Nachführ-AF (Servo-AF). 

Backbutton-Fokus im Sport
Backbutton-Fokus im Sport
Der Finger liegt am Auslöser oder drückt diesen schon halb durch und man ist ständig auslösebereit.
Bei dauerhafter Verwendung des Nachführ-AF kann nicht sichergestellt werden, dass der Fokus zum Richtigen Zeitpunkt am richtigen Punkt liegt.

Um zu verhindern, dass der Autofokus falsche Ziele erfasst, kann man sich helfen in dem man bei bekannten Bewegungsabläufen manuell vorfokussiert und dann den Autofokus aktiviert um den Sportler „einzufangen“. Diese Methode ist extrem zuverlässig und schnell.
Und um den Autofokus zu aktivieren ist der Backbutton-Fokus die einfachste und komfortabelste Lösung.

 

Back-Button-Fokus auf der Canon einstellen

Wie bei allen Custom-Einstellungen bei Canon, muss sich die Kamera in einem der Kreativmodi befinden. P (Programm), Av (Zeitautomatik), Tv (Blendenautomatik) oder M (Manuell). Im Automatikmodus sind die notwendigen Einstellungen nicht erreichbar.

Der Weg zur Einstellung des Back-Button-Fokus variiert von Kamera zu Kamera und ist abhängig von der Anzahl der maximal möglichen Sondereinstellungen.

C.Fn - canon custom functions
C.Fn – canon custom functions

Drücke auf die Menü-Taste und suche in einem der „Schraubenschlüssel-Menüs“ den Unterpunkt „Individualfunktionen (C.Fn). Wähle diesen aus und bestätige mit „Set“.
Mit den Tasten nach links und nach rechts kannst du dich durch das C.Fn Menü klicken.
Die gesuchte Funktion heißt „Auslöser/AE-Speicherung“

C.Fn - canon custom functions
C.Fn – canon custom functions

EOS 1000D: C.Fn Unterpunkt 7
EOS 600D: C.Fn Unterpunkt 9
EOS 650D: C.Fn Unterpunkt 6

Bei diesen Kameras bieten sich zur Aktivierung des Backbutton Fokus folgende Optionen an:
Die erste Angabe steht für den Auslöser, die zweite für den Fokusknopf

1: AE-Speicherung/AF
3: AE/AF, keine AE-Speicherung

Beide Male ist der hintere Knopf nun für die Fokussierung zuständig. Bei der ersten Variante ist jedoch durch halb durchdrücken des Auslösers, die Belichtung speicherbar. Im zweiten Fall wird die Belichtung kontinuierlich angepasst.

Ein- und zweistellige EOS

Bei den „besseren“ Canon-DSLRs liegen die Individualfunktionen in einem Sondermenü das durch eine Kamera mit Belichtungsskala gekennzeichnet ist. Die Einstellungen lassen sich hier folgendermaßen vornehmen:

EOS 60D
Unter C.Fn IV
Beim Unterpunkt 1 mit Auswahl 1 bis 4

EOS 7D
Unter C.Fn IV
Beim Unterpunkt 1 (Custom-Steuerung)
Auslöser, AE-Speicherung, AF-On

C.Fn Menü Canon EOS 6D
C.Fn Menü Canon EOS 6D

EOS 6D
Unter C.Fn III
Beim Unterpunkt 5 (Custom-Steuerung)
Auslöser, AE-Speicherung, AF-On

EOS 5D MK II
Unter C.Fn IV
Beim Unterpunkt 1
Mit Auswahl 2 oder 3

EOS 5D MK III
Im 2. C.Fn-Bildschirm
Custom-Steuerung
Auslöser, AE-Speicherung, AF-On

EOS-1D X
Im 5. C.Fn Bildschirm
Custom Steuerung
Auslöser, AE-Speicherung, AF-On

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